
Alles begann vor gut vier Jahren. „Wir haben uns dazu entschieden, den Hof nach einer 20-jährigen Pachtperiode wieder weiterzuführen. Mein Vater ist sehr früh verstorben, ich war erst 16 – da wir paralell noch eine Fleischerei führten, musste meine Mutter den Betrieb verpachten, beides ging nicht“, fasst Christina Sabitzer die Geschichte kurz zusammen. „Meine Frau hat den Hof also übernommen, er gehört ihr, ich habe nur dazugeheiratet“, ergänzt ihr Gatte Martin schmunzelnd. „Die Pacht ist ausgelaufen und wir haben damals gesagt, wir machen selber mit dem Hof weiter. Dies in einer Zeit, wo täglich unzählige Landwirte das Handtuch schmissen – und wir konnten auch nachvollziehen, warum. Es waren und sind denkbar schwierige Verhältnisse, die für die Landwirtschaft herrschen. Es sperrten viele Betriebe zu, wir machten auf“, so die beiden.
Danach entschlossen sich die beiden, ein Wildgatter zu errichten. „Wild nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch, schließlich sind wir beide noch berufstätig.“ Martin ist Vollzeitmusiker und vielen als Smartie Joe bekannt. Christina leitet die Abteilung Schule Jugend und Sport im Rathaus in Feldkirchen. Das Gatter wurde gekauft, gebaut und Kamerunschafe wurden angeschafft. „Als Rasenmäher für die steilen Hänge“, sagt Martin. Da diese aber auch Junge bekamen, entschloss man sich, das Fleisch zu verkaufen.
Neben den Schafen ist es aber vor allem Damwild, was die beiden halten. „Wir produzieren zum Beispiel Frischfleisch, Hartwürste, Salami und ein paar andere Produkte, wie Wildleberknödel, Kaspress- und Semmelknödel“, zählt der Hausherr auf. „Das Damwildgatter ist sechs Hektar groß. Der Betrieb ist biozertifiziert. Das Wildfleisch aus unserem landwirtschaftlichen Gehege vermarkten wir direkt ab Hof – auch in veredelter Form“, ergänzt seine Frau. „Wildfleisch ist eine der gesündesten Fleischarten, die es gibt. Mehr Bio geht eigentlich gar nicht“, erklären die zwei. „Es wird alles küchenfertig vakuumiert – einfach vorher anrufen.“
Ein weiteres Standbein der beiden am Jurehof ist die Eventlocation. Vor dem Hof hatte Sabitzer, er ist übrigens diplomierter Behindertenpädagoge, einen Antiquitätenladen in Feldkirchen. Hof und Laden waren allerdings doch etwas zeitintensiv. „Ich musste den Laden schließen und wollte am Hof hobbymäßig weitermachen. Deshalb baute ich einen Teil vom Heustall aus. Der Ausbau wurde aber so schön, dass mich immer wieder Besucher gefragt haben, ob sie Partys hier veranstalten dürften. So wurde es zur Eventlocation“, erinnert sich Martin.
Die Location bietet Platz für maximal 80 Personen. „Zeichnend für uns ist, dass wir all unsere Gäste von Herzen willkommen heißen, mit Rat und Tat vor und während des Festes zur Seite stehen. Herzlichkeit ist für uns extrem wichtig“, meint Christina.
„Wir sind bodenständig und naturnah. Wir sind nicht perfekt,
auch unsere Location ist das wahrscheinlich nicht immer. Aber dieser sympathische Imperfektionismus ist es, was uns ausmacht.“
Immer wieder spielt auch der Hausherr, in seiner Künstlerfigur Smartie Joe, Ständchen in der eigenen Eventlocation. „Der Hof und mein Job als Musiker lassen sich gut vereinbaren“, sagt er. Auch Hofkonzerte mit Gastmusikern werden immer wieder veranstaltet. Zudem bieten die beiden auch Koch- und Zerwirkkurse an. „Es gibt am Hof auch einen Brauttraktor, mit welchem wir die Bräute zur Wiese bringen, wenn sie bei uns heiraten.“ Übrigens, die beiden leben nicht am Jurehof selbst. „Aber zehn Minuten davon entfernt“, erklärt Martin.
Was die Zukunft alles für den Jurehof bringen wird, steht noch in den Sternen. „Wir denken aber an Fisch. Wir haben eigene Quellen und wollen Fische auch in ein eigenes Becken geben“, verrät Martin abschließend.








